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“Die große emotionale und lebendige Bandbreite von Frauen”

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Genau diese wollen wir bei Adobe feiern. Anlässlich des Weltfrauentags am 8. März habe ich mit einer echten Powerfrau gesprochen: Adobe Stock-Anbieterin und Illustratorin Sarah Hasenmaile aka „Sarah Alice Rabbit“. Die 27-Jährige arbeitet als Kommunikationsdesignern und Illustratorin in Berlin. Ich mag ganz besonders ihre eindringlichen Illustrationen starker Charakterfrauen und wollte mehr über den kreativen Kopf dahinter erfahren.

Deine Kunst bewegt sich ja in einer ganz bestimmten Farbwelt (blau und rot). Wie kommt’s?

Sarah: „Naja, das sind zwei sehr starke Farben, die sich oft beißen. Aber wenn man sie richtig kombiniert und ein gutes Farbgespür entwickelt, dann harmonieren sie fantastisch miteinander. Rot und blau repräsentieren in meinen Illustrationen auf jeden Fall nicht weiblich und männlich. Im Gegenteil: Wenn ich ab und zu einen Mann zeichne, dann bewege ich mich hier gerne in der rosa Farbwelt. Gender-Normen dadurch aufzubrechen macht total Spaß.“

Deine älteren Illustrationen zeigen häufig Tiere, mittlerweile stehen in deinem Stock-Portfolio häufigFrauen im Fokus. Woher kommt diese Entwicklung?

Sarah: „Zum einen fand ich Menschen schon immer ein kompliziertes Motiv. Emotionen und Personality spielen bei Menschen schließlich eine größere Rolle, als bei einem Käfer oder Vogel. Aber mit der Zeit habe ich meine Fähigkeiten weiter ausgebaut. Und mich immer mehr für menschliche und vor allem weibliche Ästhetik interessiert. Oft werden Frauen in der Kunst als etwas Verletzliches und nur wegen ihres Körpers als etwas Ästhetisches dargestellt. Ich will die ganze große emotionale und lebendige Bandbreite zeigen!“

Sind Frauen und Männer deiner Erfahrung nach in kreativen Berufen gleich stark repräsentiert?

Sarah: „2011 habe ich meinen Bachelor für Kommunikationsdesign in Schwäbisch Gmünd absolviert, später den Masterstudiengang ‚Visuelle Systeme und Informationsgestaltung‘ in Berlin belegt. In beiden Studiengängen waren die Frauen immer in der Überzahl und auch in Kreativbüros und was Neugründungen angeht habe ich das Gefühl, dass vermehrt Frauen dort arbeiten.

Dieses Ungleichgewicht geht, meiner Meinung nach, aber nur bis zu einem bestimmten Alter und zieht sich nicht auf die andere Seite, den Bereich der Lehre durch. Dieser wird absolut von Männern dominiert. Nur im Bereich Typografie oder Designforschung hatte ich weibliche Dozentinnen oder Professorinnen.“

 

Was hast du für Erfahrungen als Frau in der Kreativbranche gemacht?

Sarah: „Als ich begonnen habe zu illustrieren dachten viele Instagram-User, ich sei ein Mann. Weder mein Name noch sonst irgendetwas an meinem Profil verriet mein Gender. Ich weiß also nicht, weshalb die Community davon ausging, ich sei männlich. Vielleicht die selbstbewusste Farbwelt? Aber benachteiligt habe ich mich noch nie gefühlt. So ziemlich alle Ziele, die ich mir vorgenommen habe, habe ich erreicht.

Ich denke, es ist vor allem wichtig, sich zu connecten und aktiv an seinen persönlichen Zielen zu arbeiten. Gerade Frauen sehen sich häufiger als Konkurrentinnen anstatt zusammenzuarbeiten. Unter anderen Illustratorinnen habe ich mich aber sofort sehr wohlgefühlt, man supportet sich gegenseitig sehr. Und durch Hashtags wie #womenwhodraw und verschiedene Female Collectives fühle ich mich in der Szene wirklich stark. Vielleicht leben wir ja in unserer Berliner Bubble hier, aber hat man sich erst einmal einen eigenen Stil und dadurch eine Identität erarbeitet, kann man viel erreichen – unabhängig davon, mit welchem Geschlecht man sich identifiziert.“

Welchen Tipp würdest du jungen Frauen geben, die eine Karriere im kreativen Bereich anstreben?

Sarah: „Nicht aufgeben, dranbleiben und sich nie unter Wert verkaufen. Auch wenn uns unser Job wirklich Spaß macht, bedeutet das nicht, dass man dafür nicht entsprechend entlohnt werden sollte. Connecte dich mit anderen Kreativen –  gegenseitiger Support macht uns alle stärker, das ist keine Einbahnstraße. Und: Likes und Follower sind kein Indikator für den beruflichen Erfolg eines Kreativen!“

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